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eLearning: Medienunterstützung für erfolgreiches Lernen

5 Fragen, die Sie bei Ihrer Konzeption und Entscheidung eines Bildungsangebotes unterstützen.

 

Ihre Ausgangslage

Die Anmeldungen für Ihre Kurse und Seminare gehen zurück?
Örtlich und zeitlich flexibler wollen die Menschen Ihrer Zielgruppe sein?
Sie wollen gerne am Rechner die von Ihnen vorbereiteten Dokumente und Videos ansehen und bearbeiten?
Die Medien passen heute in jede Jackentasche und sind dank gut ausgebauter Netze mobil. Da liegt es nahe, ebenfalls die Bildungsinhalte über diesen Kanal zur Verfügung zu stellen.

Doch wofür eignet sich was? Und was gibt es noch zu beachten?

Medien sind komplex und bieten durch die Vernetzung im Internet vielfältige Möglichkeiten. Diese gilt es für eLearning optimal zu kombinieren – auch mit Präsenzphasen. Die einzelnen Lernphasen sind hinsichtlich der Inhalte, Methoden und Medien aufeinander abzustimmen.

Die folgenden fünf Fragen unterstützen Sie bei der Gestaltung Ihres Bildungsangebots. Die Antworten bilden die Ausgangslage für die Medienentscheidungen.

 

Welche Absicht und Ziel hat Ihr Bildungsangebot?

In der didaktischen Theorie werden verschiedenen Lernziele unterschieden:

  • kognitive Lernziele: Wissen und Fertigkeiten
  • affektive Lernziele: Einstellungen, Normen und Werte
  • psychomotorische Lernziele: körperliche Bewegungsabläufe

In dieser Auflistung stecken eine gewisse Hierarchie sowie gesteigerte Ansprüche an den Medieneinsatz. Wissen in Form von Fakten lässt sich mit Text und Bild darstellen und erlernen. Texte und Aufgaben können zur Reflexion über Einstellungen und Werte anregen. Um körperliche Bewegungsabläufe zu erlernen, sind weiterhin das Ausprobieren und Üben wesentliche Schritte im Lernprozess.

Überprüfen Sie mit dieser ersten Fragen Ihr Bildungsangebot: Welcher Lernziel-Kategorie lässt es sich zuordnen? Formulieren Sie anschließend Ihre Absicht und Ihr Ziel in einem Satz.

 

Welche Inhalte und Themen beinhaltet Ihr Bildungsangebot?

Ihr Lernziel wird sich in verschiedene kleinere Lernziele und Themen aufteilen lassen. Vielleicht erkennen Sie auch bereits Zusammenhänge und notwendige Lernreihenfolgen. Hieraus lassen sich die einzelnen Kapitel und Lernschritte innerhalb Ihres mediengestützten Kurses ableiten.

Notieren Sie sich zu jedem Unterthema das jeweilige Lernziel. In Form einer Mindmap ließe sich ebenfalls die Struktur skizzieren. Wenn Sie für jedes Unterthema eine Karteikarte nehmen, können Sie die Struktur später erarbeiten, überprüfen und ändern.

 

Welche Methoden und Wege vermitteln die Inhalte?

Notieren Sie sich hier, welche Methoden und Wege Sie für ein Präsenzsseminar wählen würden. In dieser Entscheidung wird sichtbar, was Ihre Kursteilnehmenden tun werden, um sich mit den Inhalten auseinander zu setzen und diese zu erarbeiten.

Bevorzugen Sie bestimmte Methoden? Fühlen Sie sich als Dozierende oder Dozent mit bestimmten Lernwegen wohler? Vielleicht referieren Sie lieber als Gruppenaufgaben an zu leiten und zu begleiten. Vielleicht mögen Sie lieber das Einzelgespräch als einen vollen Hörsaal.

Ebenso haben Sie in Ihrer bisherigen Tätigkeit herausgefunden, dass sich bestimmte Methoden für bestimmte Inhalte besser eignen als andere. Um z.B. eine Sprache zu lernen sind neben dem Lernen von Vokabeln und Grammatikregeln, dem Lesen und Schreiben ebenfalls das Sprechen wichtig. Für letzteres bieten sich Rollenspiele oder gegenseitiges lautes Vorlesen an. Die anderen Dinge können die Lernenden auch alleine und eigenständig.

Ziel von eLearning ist es, diese Methoden und Lernprozesse mit Medien so optimal wie möglich zu begleiten.

 

Welche Medien unterstützen den Lernprozess?

Bereits für Ihr Präsenzangebot nutzen Sie Medien: Tafel, Flipchart, Powerpoint, Stimme, Text, Bild. Die Darbietungsformen haben wesentlichen und unterschiedlichen Einfluss auf den Lernprozess. Ebenso eignen sich bestimmte Darbietungsformen bei bestimmten Inhalten besser als andere.

Notieren Sie sich bei dieser Frage zunächst:

  • Welche Medien würden Sie im Präsenseminar einsetzen?
  • Welche Aufgabe hat das Medium in diesem Moment des Lernprozesses?
  • Welches Medium bevorzugen Sie als Dozierende oder Dozent?

Vermutlich verteilen Sie gedruckte Skripte in Ihren Seminaren. Im eLearning bietet sich hierfür die Bereitstellung als Datei an, z.B. als Anhang oder Downloadlink in einer E-Mail oder im Dateipool der Lernplattform.
Ebenfalls lassen sich auch Gruppenarbeiten und -diskussionen mit elektronischen/digitalen Medien unterstützen: In sog. Wikis erarbeiten die Kursteilnehmenden gemeinsam Dokumente. Die Diskussion darüber findet in einem Chat statt. Als Dozierende betreuen Sie diesen Prozess. Mit den zu nutzenden Medien sind Sie vertraut und können die Teilnehmenden unterstützen.

Für Sie als Dozierende ist wichtig, dass Sie souverän und authentisch sind. In Ihren bisherigen Präsenzseminaren werden Sie verständlicherweise diejenigen Medien nutzen, mit denen Sie sich gut auskennen und wohl fühlen. Dieses gilt für ein eLearning-Szenario ebenfalls. Notieren Sie sich daher ebenfalls, welche Medien Ihnen bisher gar nicht liegen.

 

Welche Medien kennen und bevorzugen die Teilnehmenden?

So wie Sie als Dozierende ihre Lieblingsmedien haben, so auch Ihre Teilnehmenden. Befragen Sie sie daher, bevor Sie Ihr Präsenzangebot medial umgestalten. Denn: Je wohler sich die Lernenden in der Lernumgebung fühlen und je besser sie mit den angebotenen Medien und Werkzeugen arbeiten können, desto erfolgreicher wird das Lernen.

Doch manchmal sind bestimmte mediale Wege wichtig und notwendig, obwohl Ihre Teilnehmenden und vielleicht auch Sie als Dozierende diese noch nicht kennen. In dem Fall sind zusätzliche Lerneinheiten zu erstellen, in denen die Teilnehmenden sich mit dem neuen Medium vertraut machen können. Als Dozierende planen Sie sich entsprechende Lernvorbereitung ein.

 

Hintergrund: Wissenschaft und Didaktik

Die Fragen liefern Ihnen Hinweise zu den sog. Unterrichtsfaktoren nach dem „Berliner Modell“ von Paul Heimann (→ Wikipedia). Das „Berliner Modell“ erdachte Heimann zur Unterstützung und Planung von Bildungsangeboten und Unterrichtseinheiten. Er unterschied dabei in Entscheidungsfelder und Bedingungsfelder.

Entscheidungsfelder sind Absicht und Ziel, Themen und Inhalte, Methode und Weg sowie Medien. Diese bedingen sich gegenseitig und gestalten das Bildungsprozess quasi von innen heraus.
Ressourcen, Ort, Zeit und Merkmale der Teilnehmenden nennt Heimann als Bedingungsfelder. Diese bestimmen letztlich die Vorbereitung, Durchführung, Nutzung sowie Akzeptanz.

Mit Ihren Antworten halten Sie ein Steckbrief Ihres Bildungsangebotes in der Hand.

 

Sie haben noch weitere Fragen?
Sie möchten nun konkreter werden?
Sie benötigen Hilfe bei der medialen Umsetzung?

Gerne unterstütze ich Sie dabei.

Senden Sie mir eine Nachricht.

 

weiterlesen:
–> Wie lang ist eine Einheit für eLearning?

eLearning
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